Über Mich

versuche, meine innere Reise in Kunst zu verwandeln.

Jede neue Form, sei es eine Schale oder eine Skulptur, ist zusammen mit der Verwandlung des Tons, der sich in meinen Händen formt, auch ein Spiegel meiner inneren Veränderung. Der Ton trägt die Veränderung in ihrer reinsten und ehrlichsten Form, sowohl wenn er Risse bekommt als auch wenn er Gestalt annimmt. In dieser Bewegung suche ich in der Transformation des Tons meine eigene Transformation.

Meine Reise, die mit Migration begann, erzählt eine Geschichte über die Veränderung von Identität, Kultur und Erinnerung. Diese Geschichte erzähle ich durch keramische Formen und Skulpturen. Dabei knüpfe ich Verbindungen zu alten mythologischen Symbolen und den stillen Zeugen der Geschichte und interpretiere traditionelle Formen in einer zeitgenössischen Sprache neu.

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Schalen repräsentieren den inneren Raum, Schutz und Erinnerung, tragen aber gleichzeitig das Gefühl von Tiefe sowie die Stille und Ruhe, die die runde Form aufruft. Diese Formen schaffen eine beruhigende Umgebung, die die Zeit verlangsamt und den Blick und Gedanken in sich aufnimmt.

Die Geduld der Erde und die Kraft des Feuers vereinen sich in diesem Prozess; in plastischen Formen und keramischen Oberflächen erwacht ein neues Leben. Jedes Werk trägt sowohl Spuren meiner Vergangenheit als auch meiner Gegenwart.

Meine Skulpturen sind Figuren, in denen sich Gefühle still niederlassen.

In diesen Figuren offenbart sich die Bedeutung der Form nicht durch das Auge, sondern durch Intuition; Spannung, Zerbrechlichkeit, Stille und Widerstand vermischen sich und verwandeln sich still in Hingabe. Hingabe ist kein Ende, sondern eine Schwelle; denn alle Gefühle stammen aus derselben Quelle, halten aneinander fest und existieren gemeinsam. Diese aufrecht stehenden, wachsenden und Spuren tragenden Figuren verwandeln unterdrückte oder offen gelegte Gefühle in stille Spuren im Material.

Meine Schalen und Figuren bilden die innere und intuitive Sprache sowohl des persönlichen als auch des kollektiven Gedächtnisses.

Für mich ist Keramik nicht nur ein Material; sie ist die stille Sprache von Transformation, Wurzeln, Erinnerung und Existenz.

Ferda Calisgan wurde 1981 in Amasya, Türkei, geboren und lebt und arbeitet seit vielen Jahren in Deutschland. In ihrem eigenen Atelier entstehen handgefertigte Keramik-Unikate zwischen Skulptur und Gefäßform.

Als Keramikkünstlerin in Deutschland verbindet sie traditionelle Handarbeit mit einer zeitgenössischen, reduzierten Formensprache. Ihre Arbeiten – darunter Schalen, Vasen und skulpturale Objekte – werden einzeln aufgebaut, sorgfältig bearbeitet und bei hohen Temperaturen gebrannt.

Im Mittelpunkt ihrer künstlerischen Arbeit stehen Transformation, Erinnerung und stille Präsenz. Oberfläche, Struktur und Materialität des Tons werden bewusst eingesetzt, um innere Prozesse sichtbar zu machen. Jede Keramik ist ein Unikat und Ausdruck eines persönlichen, künstlerischen Weges.

In ihrem Atelier entstehen moderne Keramikobjekte, freie Skulpturen und kunstvolle Gefäßformen, die sowohl als Kunstobjekte als auch als zeitlose Designstücke wirken.